DEU Presse: Kröte und Co. leiden

wes_von_papineäu

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Wes von Papineäu
SÜD KURIER (Konstanz, Germany) 09 June 08 Kröte und Co. leiden
Die Staatsmänner und Staatsfrauen dieser Erde haben eben in Bonn über den Artenschutz debattiert. Die Prognosen für viele Tiere und Pflanzen fallen düster aus. Amphibien sind besonders stark von den Veränderungen der Landschaft und vom Klimawandel betroffen. Daher ist die Bilanz der Bürgerinitiative Dettingen-Wallhausen zur Krötenwanderung besonders interessant. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer zählen vor allem immer weniger Erdkröten am Mühlhalder Weiher zwischen Dettingen und Allensbach.
Nicht nur die Lebensräume haben sich für Frösche, Kröten und Molche verschlechtert. Die Helfer der Bürgerinitiative haben Probleme wegen der Temperaturschwankungen. Es falle schwer, den richtigen Zeitpunkt zum Abbau des Zauns entlang der viel befahrenen Landesstraße zwischen beiden Bodanrückorten zu erwischen. Bei kalter Witterung wandern die Amphibien nicht von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Renate Rummel von der Initiative: "So findet dann mancher sammeleifrige Helfer nur leere Eimer vor." Bisher wird immer noch nach dem bekannten Muster verfahren: Die Helfer bauen mit Hilfe des Bauhofes von Dettingen einen Zaun entlang der Straße auf. Die Lurche kommen so nicht auf die Straße, wo der Tod durch Autoreifen droht. Stattdessen fallen sie in Eimer, die am Zaun in der Erde stecken. Die Bürgerinitiative kämpft seit Jahren um einen Amphibientunnel unter der Straße. "Er hat sich bisher leider nicht verwirklichen lasen", bedauert Brigitte Bergmann in der Meldung der neuesten Zahlen an den Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg.
1863 Amphibien wurden dieses Jahr aus den Eimern befreit, etwas weniger als 2007. Die Bürgerinitiative hat dank langjähriger Arbeit am Mühlhalder Weiher aber Vergleichszahlen über einen Zeitraum von 22 Jahren. Auffallend ist vor allem der starke Rückgang der gesammelten Erdkröten. In den späten 80-er Jahren waren es meist mehr als 5000 Tiere. 1991 wurde der Spitzenwert von 9070 Kröten erreicht. Dann ging es steil bergab. Seit 2000 schwanken die Zahlen, blieben aber immer unter 3000 Exemplaren. Aktuell waren es 1606.
Bei den Fröschen gibt es starke Schwankungen zwischen 32 (1994) und 446 (2005). In diesem Jahr plumpsten 97 in die Eimer. Bei den Molchen blieben die Zahlen meist unter 500, ehe sie 2003 auf 1934 Exemplare hochschnellten. Doch dann ging es deutlich zurück auf aktuell 160 Molche. Das Zittern um Kröte und Co. geht weiter. Josef Siebler
http://www.suedkurier.de/region/konstanz/art1077,3250030
 
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