wes_von_papineäu
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BÖNNIGHEIMER ZEITUNG (Germany) 12 January 08 Am Schlierkopf Entstehen Schutzbiotope Für Den Kammmolch - Viel Sonne für bedrohte Amphibien (Michaela Glemser)
Alois Danner beaufsichtigt Maßnahmen für Ökokonto - Auch Blick auf Salamander im Schlossgraben
Der Kammmolch gehört zu den seltensten heimischen Molcharten. Am Schlierkopf im Sachsenheimer Stadtteil Häfnerhaslach gibt es noch wenige Vertreter dieser Amphibien, die sich nun in speziellen Schutzbiotopen mit Hilfe der Kommune zahlreich vermehren sollen.
Das auch als "Wasserdrachen" im Volksmund bekannte Tier verdankt seinen Namen seinem beachtlichen Rückenkamm, der sich bei den Männchen während der Paarungszeit im Frühjahr besonders prächtig ausbildet. Dies lässt den ohnehin mit 1,14 bis 1,80 Zentimeter relativ großen Molch noch ansehnlicher erscheinen. Seine Rückenfärbung ist mit ihren dunkelbraunen bis schwarzen Farbtönen sehr unauffällig. Auf seiner Unterseite weist der Kammmolch dagegen eine gelbe bis orange Färbung mit auffälligen schwarzen Flecken auf.
"Früher waren diese Amphibien im Stromberggebiet viel häufiger anzutreffen. Inzwischen jedoch sind sie vom Aussterben bedroht. Sie kommen nur noch an zwei Standorten am Schlierkopf vor", erklärt der Ökologiebeauftragte der Stadt Sachsenheim, Alois Danner. Dort, wo die Kammmolche entdeckt wurden, hat Danner nun in Zusammenarbeit mit Revierförster Theo Wöhr zwei vorhandene Biotope wieder aufgewertet. Sie wurden einst liebevoll vom ehemaligen Förster Gerhard Kring angelegt. Zusätzlich wurde ein neues Biotop gestaltet, um den Kammmolchen weitere Lebensräume zu bieten. "Im Februar oder März verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und wandern zu den Biotopen als Laichgewässer. Die Gewässer müssen an einem sonnigen Standort liegen, dürfen nur bis zu einem Meter tief sein und müssen Wasserpflanzen enthalten, an welche die Weibchen ihre Eier ablegen", erklärt Danner. Zudem dürfen keine Fische in den Biotopen vorkommen, da diese den Molchlaich fressen würden. In den folgenden Monaten entwickeln sich die geschlüpften Molchlarven zu Jungmolchen heran, die ab August wieder das Wasser verlassen, um an Land zu überwintern. "Die Kammmolche wandern maximal einen Kilometer weit. Deshalb wollen wir in diesem Umkreis um die beiden Standorte am Schlierkopf weitere Biotope einrichten, um die Artenzahlen kontinuierlich zu erhöhen", so Danner. Im Frühjahr untersucht er weitere Biotope in anderen Bereichen der Sachsenheimer Gemarkung, um dort doch noch zusätzliche Kammmolchvorkommen zu entdecken.
Die Maßnahmen zum Schutz dieser Amphibien vor dem Aussterben werden auf dem Ökokonto der Stadt für eventuelle Eingriffe in die Natur gut geschrieben. "Auch am Schlossgraben in Großsachsenheim haben wir schon ökologische Vorhaben für das Ökokonto durchgeführt. Dort wurde der Quellbach im früher verdohlten Bereich vom Bahndamm bis zur Mündung in die Metter freigelegt", beschreibt Danner.
Salamander mögen kaltes, klares und sehr sauberes Quellwasser und fühlen sich daher im Schlossgraben heimisch. Auch der Böschungsbereich wurde amphibiengerecht umgestaltet und mit einem zusätzlichen Biotop versehen. "So soll ein nachhaltiges Salamanderbrutgebiet wachsen, das zum Erhalt dieser Tiere beiträgt", zieht Danner ein zufriedenes Fazit.
http://www.boennigheimerzeitung.de/bz/html/news/artikel_stadt.php4?artikel=3334045
Alois Danner beaufsichtigt Maßnahmen für Ökokonto - Auch Blick auf Salamander im Schlossgraben
Der Kammmolch gehört zu den seltensten heimischen Molcharten. Am Schlierkopf im Sachsenheimer Stadtteil Häfnerhaslach gibt es noch wenige Vertreter dieser Amphibien, die sich nun in speziellen Schutzbiotopen mit Hilfe der Kommune zahlreich vermehren sollen.
Das auch als "Wasserdrachen" im Volksmund bekannte Tier verdankt seinen Namen seinem beachtlichen Rückenkamm, der sich bei den Männchen während der Paarungszeit im Frühjahr besonders prächtig ausbildet. Dies lässt den ohnehin mit 1,14 bis 1,80 Zentimeter relativ großen Molch noch ansehnlicher erscheinen. Seine Rückenfärbung ist mit ihren dunkelbraunen bis schwarzen Farbtönen sehr unauffällig. Auf seiner Unterseite weist der Kammmolch dagegen eine gelbe bis orange Färbung mit auffälligen schwarzen Flecken auf.
"Früher waren diese Amphibien im Stromberggebiet viel häufiger anzutreffen. Inzwischen jedoch sind sie vom Aussterben bedroht. Sie kommen nur noch an zwei Standorten am Schlierkopf vor", erklärt der Ökologiebeauftragte der Stadt Sachsenheim, Alois Danner. Dort, wo die Kammmolche entdeckt wurden, hat Danner nun in Zusammenarbeit mit Revierförster Theo Wöhr zwei vorhandene Biotope wieder aufgewertet. Sie wurden einst liebevoll vom ehemaligen Förster Gerhard Kring angelegt. Zusätzlich wurde ein neues Biotop gestaltet, um den Kammmolchen weitere Lebensräume zu bieten. "Im Februar oder März verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und wandern zu den Biotopen als Laichgewässer. Die Gewässer müssen an einem sonnigen Standort liegen, dürfen nur bis zu einem Meter tief sein und müssen Wasserpflanzen enthalten, an welche die Weibchen ihre Eier ablegen", erklärt Danner. Zudem dürfen keine Fische in den Biotopen vorkommen, da diese den Molchlaich fressen würden. In den folgenden Monaten entwickeln sich die geschlüpften Molchlarven zu Jungmolchen heran, die ab August wieder das Wasser verlassen, um an Land zu überwintern. "Die Kammmolche wandern maximal einen Kilometer weit. Deshalb wollen wir in diesem Umkreis um die beiden Standorte am Schlierkopf weitere Biotope einrichten, um die Artenzahlen kontinuierlich zu erhöhen", so Danner. Im Frühjahr untersucht er weitere Biotope in anderen Bereichen der Sachsenheimer Gemarkung, um dort doch noch zusätzliche Kammmolchvorkommen zu entdecken.
Die Maßnahmen zum Schutz dieser Amphibien vor dem Aussterben werden auf dem Ökokonto der Stadt für eventuelle Eingriffe in die Natur gut geschrieben. "Auch am Schlossgraben in Großsachsenheim haben wir schon ökologische Vorhaben für das Ökokonto durchgeführt. Dort wurde der Quellbach im früher verdohlten Bereich vom Bahndamm bis zur Mündung in die Metter freigelegt", beschreibt Danner.
Salamander mögen kaltes, klares und sehr sauberes Quellwasser und fühlen sich daher im Schlossgraben heimisch. Auch der Böschungsbereich wurde amphibiengerecht umgestaltet und mit einem zusätzlichen Biotop versehen. "So soll ein nachhaltiges Salamanderbrutgebiet wachsen, das zum Erhalt dieser Tiere beiträgt", zieht Danner ein zufriedenes Fazit.
http://www.boennigheimerzeitung.de/bz/html/news/artikel_stadt.php4?artikel=3334045